Stille

Gehetzt, gejagt, orientierungslos. Hinter uns die unbestimmte Angst wie ein Ungeheuer; vor uns der Abgrund – und unser Körper, der unter der Last zusammenbricht. Eine Seele, zerrüttet von Leid und Schmerz. Auf der Suche nach Hilfe und Halt – doch wem kann man noch vertrauen? Der Schlaf findet uns nicht mehr. Angst und Verzweiflung, Wut und Müdigkeit, Grübeln …

Getrieben von dem brennenden Wunsch, aus diesem Labyrinth zu entkommen. Ausgelaugt von der Jagd nach dem Äußeren, enttäuscht von den Antworten der Wissenschaft. Voll verzweifelter Hoffnung, es möge doch mehr geben, einen Ausweg. Daher bedarf es nun eines Moments der Stille, des Anhaltens, der Besinnung – ein tiefes Ausatmen, ein Um-sich-Schauen.

Mit dieser Stille breitet sich ein Frieden aus. Ohne es zu merken, haben wir uns vom Ort des Kampfes entfernt. Wir ahnen, dass viele dieser Probleme entstanden sind, weil wir wie ein Hamster im Rad gerannt ist: mit hoher Geschwindigkeit, ohne wirklich voranzukommen. So fühlt wir uns ständig überlastet – und haben keine Kraft für das Wesentliche: eine wache Zuwendung zu den inneren seelischen Aufgaben, zum Nächsten, zu dem, was jetzt wirklich wichtig ist.

Weit entfernt von der Leere, die oft mit einer Vielzahl rastloser Ablenkungen gefüllt wird, liegt in dieser Stille schon der Segen – und sie schafft die Grundlage für die eigentliche Regsamkeit unseres Inneren: die Sehnsucht nach dem Besseren. Denn jeder Gedanke, jeder Wunsch, jede Art unserer Beschäftigung gestaltet die Welt unserer Zukunft.

Dieses Wissen um die Stille, diese Macht des Inneren, möchte ich neu beleben und zugänglich machen. Darin liegt ein Ausweg – für den Einzelnen und für unsere Gesellschaft; darin liegt die eigentliche Betätigung unseres freien Willens.

Da die Themen des Lebens vielfältig sind, ist diese Seite nicht starr. Sie wächst wie ein Baum. Nach und nach werden weitere Texte hinzukommen – und Sie sind eingeladen, darin genau das zu finden, was Sie für Ihren momentanen Schritt benötigen.

Mein tiefster Wunsch ist es, so zu sprechen, dass jeder, der sich darauf einlässt, diese Texte ohne Vorwissen verstehen kann. Sollte mir das einmal nicht gelingen, bitte ich Sie: Schreiben Sie mir. Ich werde versuchen, mich klarer auszudrücken.